Carl Auer Freiherr von Welschbach (1858-1929) - Wissenschaftler und Erfinder

Das Gaslicht wurde durch die Erfindung Carl von Auers wesentlich verbessert

1880 reden alle über die phantastische Elektrizitätsaustellung in Paris. Begeisterte Reporter füllen die Zeitungsseiten mit überschwenglichen Artikel über Thomas Edison und das phantastische Licht, das jetzt die Welt beglücken soltel :"..vorteilhaft für die Schönheit und Gesundheit von Häusern und Städte. Kurz und Gut, zum allgemeinen Wohlbefinden." Die Aktien der Gaswerke stürzen ab. Mit dem neuen elektrischen Licht scheint die Gasbeleuchtung ein Dinosaurier, der wie die Ölbeleuchtung ein Ding der Vergangenheit ist. Gaswerksdirektor ist ein unangenehmer Posten geworden.

Aber nicht alle sind nach Paris gefahren, um die Ausstellung zu sehen. In Heidelberg, mitten in Deutschland, sitzt ein junger Österreicher in der Vorlesung. Sein Name ist Carl Auer von Welschbach und er ist aus Wien gekommen, um beim berühmten Professor Bunsen zu studieren. Der junge Carl notiert eifrig, was er hört. Es ist aufregend.

Professor Bunsen erzählt unter Anderem, dass verschiedene Grundstoffe mit unterschiedlichen Farben leuchten, wenn sie glühen. Dies nutzt man zur Spektralanalyse. Carl Auer interessiert sich hautsächlichst für seltene Erden. Im periodischem System findet man sie weit unten - ein bischen isoliert. Aber im gegensatz zu Professor Bunzen ist Auer nicht nur an akademischen Ruhm interessiert. Er will Geld verdienen. Viel Geld. - er weiss nur noch nicht wie.

Und dann gab es die Sache mit dem Licht. In den Versuchen von Professor Bunsen erhitzte man verschiedene Stoffe über den Bunsenbrenner, um die Zusammensetzung festzustellen. Warum nicht ergründen, welche Stoffe am klarsten und kräftigsten leuchten? Dies könnte man vielleich zu Beleuchtungszwecken nutzen

Und Carl Auer entdeckte tatsächlich bestimmte seltene Erden, die sehr kräftig aufleuchteten, wenn sie erhitzt wurden - besonder Thorium und Cerium. Wenn man ein Baumwollnetz damit tränkte und dann über em Bunsenbrenner hielt, leuchteten sie so kräftig, dass man geblendet wurde

Auer war nicht nur Erfinder - er war auch ein Geschäftsmann. Er gründete eine Firma, die diese 'Auer-Netze' herstellte. Das Gaslicht wurde um ein vielfaches stärker, und der Gasverbrauch war zudem niedriger. Seine Erfindung geht seinen Siegeszug in der ganzen Welt - die Strassengasbeleuchtung erlebt eine Wiedergeburt, und hält sich in Dänemark bis in die 1950ern. In Berlin gibt es heute noch 38.000 Gaslanterne - in Düsseldorf etwa 12.000!

Nachdem er die Gasbeleuchtung entschieden verbessert hat, widmete Auer sich dem elektrischen Licht. Auch hier konnten die Glühdrähte kräftig verbessert werden, sowohl in ihrer Leuchtkraft wie auch in der Haltbarkeit. Die Firma, die er darauf gründete gibt es heute noch - Osram. Und er er erfand auch den kleinen Feuerstein, den es in den meisten Gasfeuerszeugen gibt. Sie besteht im Wesentlichen aus - seltene Erden.